Nein heisst nein. Ehrlich.

Samstagnacht in einem Zuger Club.

War da einer, kaum über 20-jährig, welcher mir ein Glas mit einem Getränk entgegenstreckte.

IMG_5340Ich: „Nein danke.“

Er: „Doch, nimm.“ 

Ich: „Nein danke, ehrlich.“

Er, ginsend: „Es hat im Fall keine K.O.-Tropfen drin.“

Stille (ausser den 100 Dezibel aus den Musikboxen).

Was dann passierte, war ein Reflex. 

Ich schüttete ihm meinen noch halbvollen Becher Cola ins Gesicht. 

(Man darf sich das jetzt in Slow-Motion vorstellen.)

Worauf er versuchte, das für mich bestimmte Getränk ebenfalls in meine Richtung zu schütten, da er sich aber so ungeschickt anstellte, zerbrach der Plastikbecher in seinen Händen und das Getränk setzte sich auf seiner Hose fest. Was auch immer im Becher drin war.

Ich ging zurück auf die Tanzfläche, er offensichtlich nach Hause. So weit, so gut. Da meine Schwester beim DJ erfolgreich „W.Nuss vo Bümpliz“ durchbrachte, konnte dieser Vorfall meiner Stimmung nichts antun. Bedenklich ist er aber allemal. 

Ein Nein ist ein Nein. Ehrlich. Eigentlich ist schon einfach nichts sagen ein Nein. 

Es war der Polterabend meiner Schwester. Wir taten dies recht unaufgeregt, gingen zu fünfzehnt ins Türkische Bad Hamam und liessen uns dann vom Pizzakurier etwas auf die Wiese liefern. Wir waren, für alle offensichtlich zu erkennen, eine Gruppe Frauen, absolut auf uns selbst fokussiert. Soweit, in Zürich, kein Problem. Als wir uns dann, zurück in Zug, in diesem Club einfanden, änderte sich alles. 

Noch zu zehnt, feierten wir, tanzten, tranken Bier oder auch nur Cola oder Mineral. 

Im Ausgang Leute kennenlernen ist toll. Wenn die Männer aber ihr Gegenüber gleich anfassen müssen, geht das zu weit. 

Im Minutentakt haben wir selbstverliebte Typen weggeschickt. 

Ich setzte jeweils meinen Killerblick auf oder machte eine Handbewegung, im Sinne von „Gsch-gsch, weg da“. Nicht wenige von ihnen wurden dann aggressiv. Beschimpften uns oder fanden, wir hätten kein Niveau. Auch ein „Schlampe“ bekam ich zu hören. 

Manchmal frage ich mich, ob diese Typen bei einer Jobabsage den Chef auch gleich „Wixer“ schimpfen.

Vielleicht sei hier noch erwähnt, dass ich den Polterabend organisierte und mich auch mehr oder weniger verantwortlich für einen Teil der Frauengruppe fühlte. Ich selbst trank wenig, wechselte nach Mitternacht zu alkoholfrei. 

Ich realisierte, dass die Hemmschwelle gegenüber Frauen, ob angetrunken oder nicht, nicht da war.

Wäre es eine normale Samstagnacht gewesen, hätte ich mich vielleicht aufgeregt und das Lokal gewechselt. Doch es war der Polterabend meiner Schwester. In 10 Tagen findet ihre Hochzeit statt. Das sprach sich im Club rum. Wir wollten einfach mit ihr feiern. Ausgelassen und mit Bier. 

Und so erschreckend viele Typen fassten das als Freifahrschein auf und wollten die Gunst der Stunde nutzen. 

Bestimmt war es früher auch so. Ich habe es einfach nicht realisiert oder halt als normal angesehen. Es ist aber nicht normal. 

Ein Nein ist ein Nein. Eigentlich ist schon einfach nichts sagen ein Nein. Ehrlich.

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