Persönlichkeitsschutz statt Geifern nach Sensationen und Klickzahlen

  1. Der Schweizer Presserat hat meine Beschwerde gutgeheissen.

BLICK hätte am Heiligabend 2014 meinen Namen und mein Foto nicht veröffentlichen dürfen.

Der Presserat sagt deutlich, dass eine identifizierende Berichterstattung bei Themen aus der Intim- und Privatsphäre nicht erlaubt ist, auch nicht bei Politikerinnen und Politikern.

Bildschirmfoto 2016-06-27 um 22.15.58

Wir freuen uns sehr über die Stellungnahme des Presserates.

Es war für mich und meine Familie ein Schock, als ich an Heiligabend 2014 ungefragt auf die Titelseite des BLICKs gehievt wurde. Der Presserat sagt klar und deutlich, dass dies eine Verletzung der medienethischen Richtlinien ist. So darf man nicht mit Menschen umgehen.

Eine Gedankenreise sei erlaubt: Was, wenn sich BLICK damals korrekt verhalten hätte und meinen Namen und mein Bild nicht schweizbekannt geworden wäre?  Was wäre mir und meiner Familie alles erspart geblieben? Wo würde ich heute stehen? 

Ich hoffe sehr, dass diese Stellungnahme des Presserates ihren Platz für künftige Fälle findet. Wir dürfen den Privatsphärenschutz nicht leichtsinnig aufgeben.

#nichtschweigen

Die vollständige Stellungnahme des Presserates kann ab Dienstag, 28, Juni 2016, 12.00 Uhr auf www.presserat.ch heruntergeladen werden.

Sie ist da. Die würdige Aufarbeitung meines Falles. So unverhofft.


Bildschirmfoto 2016-06-08 um 20.38.08Über ein halbes Jahr lang analysierte Radio Pilatus, ein politisch neutrales Regionalradio aus Luzern mit einem jungen Team, die Akten dieser unglaublichen Geschichte.
Sie sprachen mit M.H., der Staatsanwaltschaft, Experten und mir, arbeiteten absolut professionell und vor allem: nicht wertend und nicht voreingenommen.

Das Fazit daraus, in 5 Teilen, findet ihr unter dem Link weiter unten oder auch unter www.radiopilatus.ch. Es schnürte mir regelmässig den Hals zu, so lange habe ich auf eine würdige Aufarbeitung des Falles gewartet. Jetzt ist sie da. So unverhofft.

Kennt ihr das Gefühl, dass einem plötzlich Tränen in die Augen schiessen? Es ist Erleichterung. Nach den gefühlten Tausend BLICK-Schlagzeilen, welche mich tief in meinem Innern wie Messerstiche getroffen haben. Es ist Hoffnung. In was auch immer. Danke euch fürs Lesen und Weiterverbreiten.

https://www.radiopilatus.ch/artikel/142222/die-akten-zur-zuger-sexaffaere