Das Problem.

Er behauptet auf Facebook, ich sei im Suff fremdgegangen.
Hätte gelogen, denn es sei bewiesen, dass ich nicht betäubt wurde.
Und hätte damit absichtlich die Karriere des SVPlers vernichtet.
So weit so schlecht. Üble Nachrede, die Anzeige ist rasch geschrieben.

Aber jetzt der Haken: diese Aussagen stammen nicht von einem Stammtisch-Wutbürger.
Sie stammen von einem stv. ärtztlichen Leiter des Rettungsdienstes eines bekannten Schweizer Spitals, welcher meinen Fall nur aus den Medien kennt.
Und ebengenau dieses Spital findet, dies sei Privatsache, was er auf Facebook schreibt. Obwohl er auf seinem Profilbild in Ärzteuniform zu sehen ist. Auf seinem Facebook-Titelbild der Krankenwagen. Sein oberster Post in seiner Chronik ein Zeitungsartikel, in welchem er als Arzt dieses Spitals zitiert wird. Aber das Spital möchte sich lieber nicht darum kümmern.

Schwierig. Ich behaupte sogar, dass genau solche Leute der Grund und das Hauptproblem dafür sind, warum ich und ganz, ganz viele andere mit unseren Geschichten von der Gesellschaft nicht ernst genommen werden.
Denn was macht dieser Arzt, wenn ihm ein K.O.-Tropfen-Fall zugeteilt wird? Genau. Wir können es uns doch wunderbar ausmalen. „Waren Sie betrunken?“ „War ihr Rock zu kurz?“

Es ist wie dann, wenn die Staatsanwältin Zeugen in Suggestivfragen vermittelt, ich sei „freiwillig oder unfreiwillig“ fremdgegangen.
Wie wenn der Kantonsratsvizepräsident vor den Medien sagt, meine Motion sei so überflüssig wie ein Vollrausch an der Landammannfeier.
Wie dann, wenn der Polizist meinem Mann sagt, wenn er mein Mann wäre, hätte er mir längst „eis klöpft“.
Wie wenn der Chefarzt des Zuger Kantonsspitals die weinende Patientin im Wartebereich zwar wahrnimmt, aber weitergeht (die Patientin war ich).
Wie der Zuger Feuerwehrmann, welcher es sich zum Hobby machte, mich wo es nur ging, als Lügnerin zu bezeichnen.
Und der Mann, wessen DNA in mir gefunden wurde, er aber stets nur von Fremdküssen sprach, in jeder unpassenden Situation erzählt, „man wisse in Zug ja, was für eine ich sei“.

Solche Menschen, welche überall ganz wichtige Positionen besetzen, sind das Problem. Das Problem, warum wir noch immer nicht wirklich weiter sind als vor 30 Jahren.

Aber anstatt zu kotzen, will ich was ändern.
Ihr vielleicht auch.